Doktorandinnen und Doktoranden
Lehrstuhl für Praktische Philosophie (Prof. Dr. Matthias Flatscher)
Titel des Promotionsprojekts: Existentialismus im postkolonialen Rahmen: Eine Relektüre von Freiheit und Verantwortung im Kontext des Orientalismus.
Erstbetreuer: Prof. Dr. Matthias Flatscher
Zweitbetreuer: Prof. Dr. Dag Nikolaus Hasse (Würzburg)
Abstract:
Die Arbeit untersucht die Konstruktion der westlichen Identität im Kontext existentialistischer Freiheit und kolonialer Hegemonie. Im Zentrum steht die These, dass der koloniale Diskurs über den „Orient“ (Said) als eine kollektive mauvaise foi (Sartre) begriffen werden kann: Um die ontologische Kontingenz des eigenen Seins zu verdrängen und ein Bild stabiler, rationaler Souveränität aufrechterhalten zu können, entwirft das westliche Subjekt den „Orientalen“ als sein essenzialisiertes, statisches und unterlegenes Anderes. Kolonialismus wird hierbei nicht bloß als äußeres Herrschaftssystem, sondern als institutionalisierte Selbsttäuschung verstanden, die die radikale Freiheit des Individuums in starre hierarchische Kategorien überführt. Durch die Einbeziehung von Hannah Arendts Konzept des Denkens und der Pluralität wird analysiert, wie diese Identitätsstiftung auf einer Verweigerung des Denkens beruht, die alternative Perspektiven systematisch ausschließt und so in eine ethische Gedankenlosigkeit mündet.
Kontakt: alisha.ibarrondo@gmail.com
Titel des Promotionsprojekts: Pragmatismus und radikale Demokratie – Lösungsversuche eines normativen Defizits
Erstbetreuer: Prof. Dr. Matthias Flatscher
Zweitbetreuende: Prof. Dr. Dag Nikolaus Hasse (Würzburg), Prof. Dr. Oliver Marchart (Wien)
Abstract:
Die derzeit allgegenwärtig besprochenen Demokratiekrisen lassen sich nicht zuletzt auf den Versuch zurückführen, Politik auf unwiderrufliche Fundamente zu stützen. In meiner Dissertation möchte ich ausgehend von Simon Critchleys Vorwurf eines normativen Defizits in Laclaus Theorie aufzeigen, dass sich durch eine pragmatische Neubeschreibung der radikalen Demokratietheorie eine solidarische demokratische Ethik entwickeln lässt, die ohne metaphysische Letztbegründungen auskommt.
Kontakt: andreas.wiener@stud-mail.uni-wuerzburg.de
Titel des Promotionsprojekts: Sprache als Zwischen – Zur Frage ursprünglicher Versammlung
Erstbetreuer: Prof. Dr. Matthias Flatscher
Zweitbetreuende: PD Dr. Diego D'Angelo (Würzburg), Prof. Dr. Michela Summa (Würzburg)
Abstract:
Die Dissertation untersucht die Frage, wie ursprüngliche Versammlung möglich ist – verstanden nicht als geschlossene Einheit, sondern als ein Geschehen, das Differenzen in sich austrägt. Im Zentrum steht die Untersuchung der Sprache bei Heidegger und in der hermeneutischen Tradition. Dabei wird Sprache nicht als bloßes Mittel der Mitteilung verstanden, sondern als der Ort, an dem Welt sich überhaupt erst erschließt.
Leitend ist die These, dass Sprache eine ursprüngliche Zwischenstruktur besitzt: Sie gehört weder dem Menschen noch der Welt an, sondern hält die Spannung zwischen beiden offen. Gerade in dieser Offenheit vollzieht sich Versammlung als geschichtliches Ereignis.
Kontakt: wenxi.zeng@stud-mail.uni-wuerzburg.de


