Doktorandinnen und Doktoranden
Lehrstuhl für Theoretische Philosophie (Prof. Dr. Michela Summa)
Titel des Promotionsprojekts: Animalität als Fremderfahrung im leiblichen Selbst. Bernhard Waldenfels’ Phänomenologie und Helmuth Plessners Bio-Philosophie im Vergleich
Erstbetreuerin: Prof. Dr. Michela Summa
Zweitbetreuende: Prof. Dr. Ferdinando Menga (Università della Campania “Luigi Vanvitelli), Prof. Dr. Karl Mertens (Würzburg)
Abstract:
Das Ziel meines Forschungsprojekts ist es, gemeinsame Erfahrungen von Mensch und Tier aus phänomenologischer Sicht zu beschreiben. Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile: Zum einen erfolgt die Auseinandersetzung mit der Animalität als Erfahrung des Fremden im Leib, hauptsächlich anhand der Analysen von Helmuth Plessner und Bernhard Waldenfels. Zum anderen wird die Beschreibung gemeinsamer Erfahrungen von Mensch und Tier unter Berücksichtigung des Hundes behandelt, etwa in Bezug auf Jagdhandlungen, Ballspiele usw. Die These lautet, dass gemeinsame Erfahrungen zwischen Mensch und Tier aus einer gemeinsamen Ebene der Leiblichkeit hervorgehen, in der sich die Formen des tierischen und menschlichen Bewusstseins verflechten. Ausgehend von der Annahme dieser Verflechtung im Leib soll in der Arbeit gezeigt werden, dass folgende Elemente erforderlich sind, um tatsächlich von einer gemeinsamen Erfahrung zwischen Mensch und Tier sprechen zu können: ein gemeinsames Objekt, ein gegenseitiges Verständnis des Verhaltens und ein Rahmen gewohnter Handlungen.
Kontakt: eleonora.corace@stud-mail.uni-wuerzburg.de
Titel des Promotionsprojekts: Unklare Phantasie und intersubjektive Realität. Eine Untersuchung im Anschluss an die Phänomenologie Edmund Husserls
Erstbetreuerin: Prof. Dr. Michela Summa
Zweitbetreuende: Prof. Dr. Karl Mertens (Würzburg), Prof. Dr. Stefano Micali (Leuven)
Abstract:
Mein Promotionsprojekt stellt sich der Frage nach dem Zusammenhang von Phantasiebewusstsein und Erfahrungsbewusstsein. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Rolle der Phantasie in der Konstitution sozialer Erfahrungen. Die Hypothese lautet, dass wir dort, wo sich der Andere durch Abwesenheit und Anonymität unserer Wahrnehmungserfahrung entzieht, Phantasie notwendig eine Rolle bei der Konstitution unserer Beziehungen zueinander spielt. Erster Anhaltspunkt soll dabei stets die Phänomenologie Edmund Husserls bilden, insbesondere seine späte genetische Phänomenologie. Mit dem zunächst zu sammelnden Repertoire an bereits untersuchten Phänomenen ausgehend, die seine Phänomenologie der Phantasie und ihre Rezeption bieten, sollen im Lichte einer bisher noch wenig in den Blick genommenen Phänomenologie passiver, flüchtiger und unscheinbarer Phantasiephänomene, in Anlehnung an Autoren wie Dieter Lohmar oder Marc Richir, nacheinander drei Treffpunkte zwischen Phantasie und Erfahrung diskutiert werden: 1.) Die Rolle der Phantasie im modalen Bewusstsein der Annahme und Vermutung, unter Zuhilfenahme der Schriften von Husserls Zeitgenossen Alexius Meinong zu diesem Untersuchungsfeld, 2.) in der Konstitution der Beziehung des Subjekts auf abewesende andere Personen im Kontext des Fremdverstehens unter Zuhilfenahme der Phänomenologie Merleau-Pontys und schließlich 3.) im Kontext der Konstitution einer intersubjektiven, gesellschaftlichen Wirklichkeit, wobei die Konzeption Imaginärer Bedeutungen bei der Institution der Gesellschaft, des Philosophen Cornelius Castoriadis in den Blick genommen werden soll. Orientiert an Husserls Konzeption verschiedener Stufen der Erfahrungskonstitution sollen auf diese Weise aufsteigend auf verschiedenen Ebenen Konstitutionsmomente phänomenologisch aufgewiesen werden, in denen Phantasie eine notwendige Rolle einnimmt.
Kontakt: roland.franz@stud-mail.uni-wuerzburg.de
Titel des Promotionsprojekts: Transcendental Phenomenology qua Ontology of the Human Sciences
Erstbetreuerin: Prof. Dr. Michela Summa
Zweitbetreuende: Prof. Dr. Matthias Flatscher (Würzburg), Prof. Dr. Karel Novotný (Prag)
Abstract:
The aim of my thesis is to demonstrate that the demarcation boundaries of the human sciences, as established in Husserl’s substance, can be reconsidered as gradualities in Merleau-Ponty’s process ontology. The structure of the thesis represents a symmetrical interrogation of the four boundaries in Husserl’s and Merleau-Ponty’s ontologies: (1) the human sciences and everyday life; (2) the empirical and theoretical human sciences; (3) the human sciences and the natural sciences; and (4) the human sciences and philosophy.
Kontakt: dmitrii.reznikov@stud-mail.uni-wuerzburg.de
Titel des Promotionsprojekts: Ethical intuition and the dialectic structure of moral consciousness. A synergistic reading of Husserlian phenomenology and Smithian sentimentalism
Erstbetreuerin: Prof. Dr. Michela Summa
Zweitbetreuende: Prof. Dr. Lorenzo Greco (L'Aquila), Prof. Dr. Jörn Müller (Würzburg)
Abstract:
Edmund Husserl war der Ansicht, dass der neuzeitliche britische Sentimentalismus eine Vielfalt an Impulsen für eine phänomenologische Ethik bieten könne. In meiner Dissertation versuche ich, dieses Potenzial darzustellen und teilweise weiterzuentwickeln. Innerhalb der sentimentalistischen Tradition lege ich den Fokus auf Adam Smith, einen Autor, den Husserl weitgehend vernachlässigt, der jedoch eine wesentliche Rolle im Austausch zwischen den beiden philosophischen Ansätzen spielen kann. Als natürliches Bindeglied zwischen Husserl und Smith dient Hume, eine der wichtigsten Quellen für Husserls Denken sowie Smiths engster Freund und philosophischer Weggefährte. Im ersten Teil meiner Arbeit gebe ich einen kritischen Überblick über Husserls Verständnis des Sentimentalismus als Antirationalismus und Antihedonismus. Im zweiten Teil versuche ich, Smiths Beschreibungen der dialektischen Struktur des moralischen Bewusstseins mit Husserls Analyse ethischer Einsicht und ethischer Rationalität zu verbinden.
Kontakt: michele.vinai@uni-wuerzburg.de


